Mehr Information …

Forstliche Weiterbildung bei Tirols Waldaufsehern

in Vorstand

Die Vereinigung der Waldaufseher und Forstwarte Tirols veranstaltete am 10. und 11. März 2025 ihre 57. Generalversammlung und das jährliche Weiterbildungsseminar am Grillhof in Vill. Landesobmannstellvertreter Simon Klotz leitete die Versammlung und begrüßte etwa 190 Waldaufseher aus ganz Tirol.

In seinem umfassenden Bericht informierte Simon Klotz im Namen des Obmanns über die Vorstandsarbeit, einschließlich Arbeitstreffen, Projekte und fachliche Besprechungen. Hier passiere sehr viel Arbeit, die die Vorstandsmitglieder aus allen Bezirken das ganze Jahr über beschäftige. Er erwähnte auch den wichtigen Austausch unter den Kollegen beim Waldhoangart. Einen solchen gab es vergangenes Jahr in Walchsee und Steinach am Brenner. Kassier Georg Berger präsentierte einen sorgfältig geführten Kassabericht, der mit der Genehmigung des Jahresabschlusses die Generalversammlung abrundete.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellten sich die Aussteller der Fachmesse „Forum Wald“ vor. Diese Messe bietet Firmen aus dem forstlichen Umfeld die Gelegenheit, direkte Kontakte zu den Waldaufsehern zu knüpfen und innovative Forsttechnologien für eine nachhaltige und effiziente Waldwirtschaft zu präsentieren.

Grußworte aus dem Land

Landesforstdirektor Josef Fuchs berichtete über die erfolgreich abgeschlossenen KV-Verhandlungen, die nicht immer angenehm seien und er sehe sich hier als Beratungsorgan für die Dienstgeberseite. Es freue ihn, dass die Bekleidungsaktion im Landesforstdienst mit Kathrin Taxer weiter fortgeführt wird. An diesen beiden Tagen gibt es die Gelegenheit für Abmessungen, Nachbestellungen und Reklamationen. FD Fuchs nahm auch zum Beschäftigungsausmaß Stellung, wobei er betonte, dass jeder BFI-Leiter ein Gutachten erstellen müssen, wenn die Anstellungsprozente nach unten gingen. Es sei ein großes Anliegen der Landesforstdirektion, das Beschäftigungsausmaß bei den Waldaufsehern zu heben bzw. zu erhöhen.

Weiters betonte er, dass das viele Schadholz im letzten Jahr viele Waldaufseher an ihre Belastungsgrenzen gebracht hat. Er habe aber extrem positive Rückmeldungen bekommen bezüglich der professionellen Aufarbeitung, und ohne die Waldaufseher im ganzen Land wäre das wohl nicht möglich gewesen. Deshalb sagte FD Fuchs zum Abschluss: „Hier ein großes Dankeschön von meiner Seite.“

Johannes Schwaighofer, Kammerdirektor der Landarbeiterkammer Tirol, bestellte die besten Wünsche seines Präsidenten und betonte die Wichtigkeit des Tiroler Land- und Forstarbeiterbundes als freiwillige Interessenvertretung mit Auftrag zu Beihilfen und Förderungen. Auch die Waldaufseher-Vereinigung erfülle ihren Auftrag als Interessenvertretung unter anderem mit dem Abhalten der Generalversammlung bestens und mache sehr viel, sehr gut. Das sei nicht bei allen Berufsgruppen so gut organisiert. Man werde auch die von einer Arbeitsgruppe der Waldaufseher ausgearbeiteten Unterlagen zur Schwerarbeiterregelung weitertragen nach Wien. So sei es nicht nur in diesem Fall wichtig, dass es Rückmeldungen von den Waldaufsehern gebe und sich diese einbringen und Fragen stellen. Kammerdirektor Schwaighofer richtete auch die Bitte an die Generalversammlung, die LAK-Angebote bitte wahrzunehmen und die Sprechtage zu nutzen. Im Haus ist man dran, einen zweiten Juristenposten fix zu besetzen.

Der LAK-Kammerdirektor schloss seine Grußworte an die Waldaufseher Tirols mit folgenden Gedanken: „Bitte verfolgt unser Geschehen und bringt euch ein, denn ihr seid eine große Stütze.“

Helmut Gmeiner, Obmann der Vorarlberger Waldaufseher, überbrachte die Grüße seiner Kollegen und betonte, dass Tirol und Vorarlberg das einzigartige System der Waldaufseher verbinde. Er sei sehr froh um diesen positiven Austausch mit den Tirolern. Gmeiner berichtete, dass in Vorarlberg eine große Pensionierungswelle anstünde, die auch ihn selber betreffe. Die Suche nach einem Nachfolger wäre nicht so einfach, da es dafür engagierte Leute brauche, die sich für andere einsetzen. Das Schlagwort im Land heiße derzeit Digitalisierung und mit jedem Programm im Landhaus wird eine neue App eingeführt. Ob das alles effizient sei, sei dahingestellt.

Obmann Gemeiner sagte abschließend: „Danke für die Einladung zur Generalversammlung, der Austausch sei immer wichtig und ich wünsche noch viel Freude bei der Arbeit und gutes Gelingen.“

Christian Annewanter, Leiter der Landesforstgärten, berichtete über ein interessantes Jahr 2024. Beim Absatz sei die 3-Millionen-Grenze geknackt worden, dies vor allem durch die notwendigen Aufforstungen im Bezirk Osttirol. An dieser Stelle schickte er einen großen Dank an alle, denn die Landesforstgärten wäre gegenüber privaten Anbietern nicht konkurrenzfähig. Es wurde ein neues Bestellsystem mit einer Arbeitsgruppe, der u.a. auch zwei Waldaufseher angehörten, ausgearbeitet.

Die Zapfenbeerntung im Vorjahr brachte bei der Zirbe mehr als 2000 kg, auch die Stehendbeerntung von Tanne brachte zwei Tonnen an Samen, wie auch bei Stiel- und Traubeneiche. Somit sei der Eichennachwuchs gesichert. Eine Besonderheit im Sinne des Klimawandels wäre die griechische Tanne, die sehr trockenresistent ist und in zwei Jahren in Töpfen zur Verfügung stünde.

Annewanter betonte, dass für die nahende Aufforstung ausreichend Laubholz zur Verfügung stünde, sowie auch Fichte, Tanne, Schwarz- und Weißkiefer, Birke und Sommerlinde.

Florian Glatzl, Leiter des Waldaufseher-Lehrgangs, berichtete vom nahtlosen Übergang der Ausbildungslehrgänge. Am 17. Feber 2025 schlossen 27 Teilnehmer den 109. Ausbildungslehrgang der Waldaufseher in Rotholz nach einem Jahr erfolgreich ab. Davon waren 18 Waldaufseher aus Tirol, 2 Waldaufseher aus Vorarlberg und 7 Berufsjäger. Unter den Tiroler Waldaufsehern gibt es nach diesem Lehrgang auch wieder zwei Frauen. Seit 3. März läuft bereits der 110. Waldaufseherlehrgang mit diesmal 17 Teilnehmern (davon 9 Waldaufseher aus Tirol, 2 aus Vorarlberg und 6 Berufsjäger).
Florian Glatzl überbrachte die Bitte an die jungen Waldaufseher sich zu melden, was außer den angebotenen Fortbildungen für sie noch interessant wäre oder in welchen Bereichen sie sich Fortbildungen wünschten. Als Fortbildungsmodule werden neben anderen Stunden mittlerweile auch der Jungjägerkurs, die Ausbildung zum zertifizierten Waldbegleiter (Waldpädagoge) sowie der Forstfacharbeiter angeboten.

Fortbildungsthemen

Die Vorträge boten an beiden Tagen viel Fachinformation für die Tiroler Waldaufseher. Es wurden aktuelle Themen aus dem Landesforstdienst besprochen. Unter anderem wurde auf die digitale Erfassung von Wegsperren und die Kontrolle von Erholungseinrichtungen eingegangen.

Um Baumsicherheitsmanagement ging es bei der Präsentation von Helmut Gassebner und Peter Kapelari, die Hinweise gaben, was zu tun sei, damit der Baum nicht fällt.

Eva Estermann, Rechtsreferentin, der Landarbeiterkammer Tirol zeigte praxisnah die Rechte und Pflichten des Waldaufsehers von der Anstellung bis zur Pensionierung auf.

Manfred Keuschnigg und Martin Unterkircher von der AUVA gingen auf praktische Hinweise zur Sicherheit im Forst und die psychische Belastung der Waldaufseher ein.

Walter Amann referierte abschließend über die CO2-Zertifzierungen am Beispiel seiner Forstbetriebsgemeinschaft.

Forum Wald und Branchentreff zur Vernetzung von Forst- und Holzwirtschaft

Begleitend zu den beiden Fortbildungstagen fand das Forum Wald statt. Es dient Firmen aus dem forstlichen Umfeld, durch ihren Stand direkt Kontakte zu den Waldaufsehern knüpfen zu können. Das Forum Wald erfreut sich großer Beliebtheit. Die Biowärme Tirol stellte kurz ihr Programm und auch ihren neuen Energieholzkoordinator, Gregor Aigner, vor.

Am Abend fand mit dem Weißwursthoangart ein forstlicher Branchentreff statt, bei dem alle geladen waren, die mit den Tiroler Waldaufsehern rund um den Tiroler Wald bemüht sind. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung in bewährter Weise von der Naviser Hausmusik mit angenehmer Unterhaltungsmusik. So waren neben Weißwurst, Weißbier und Brezen ein angenehmer Hoangart und ein Gedankenaustausch möglich. Dieser Weißwursthoangart kann wieder einmal als gelungenes Treffen der Tiroler Forstbranche bezeichnet werden.

Aktuelle Informationen über den Tiroler Wald und die Vereinigung der Waldaufseher und Forstwarte Tirols finden Sie unter www.waldaufseher.org

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!

 
Nach oben scrollen, Scroll to top